Wenn Welten aufeinandertreffen

Wenn Welten aufeinandertreffen

In meiner Jugend liebte ich die Serie »Star Trek – Die nächste Generation«. Um ehrlich zu sein, liebe ich sie heute noch.

Das Raumschiff Enterprise durchquerte das Weltall, um fremde Welten zu entdecken. Auf ihrer Reise machte die Crew um Captain Picard nicht nur Erfahrungen mit außergewöhnlichen Lebensformen, sondern auch mit überraschenden Weltanschauungen. Die »erste Direktive« verbat den Sternenflotten-Offizieren, in das Leben anderer Zivilisationen einzugreifen.

Warum war das so? Soweit ich weiß, sollten die Gesellschaften nicht in ihrer natürlichen Entwicklung behindert werden. Diese Einstellung lässt einen wunderbaren Gedanken zu: Die hoch gebildeten Offiziere des Raumschiffs maßten sich nicht an, um jeden Preis ihre eigenen Ansichten durchsetzen zu wollen, sie nahmen die Fremden genauso wichtig wie sich selbst.

Sicherlich taten sie es, weil sie wussten, dass es ebenso unzählige Welten wie Meinungen gab, die Respekt verdienten. Zu Konflikten mit dieser eisernen Regel kam es, falls die Würde und das Leben anderer gefährdet waren. Wenn das passierte, beamte meist ein Außenteam auf den Planeten und bemühte sich, den zu Unrecht Unterdrückten zu helfen.

Warum schreibe ich über eine alte Science-Fiction Serie, die schon Staub angesetzt hat?

Weil ich glaube, dass so ein Verhalten beispielhaft für unser Miteinander ist.

Der Autor George Bernard Shaw sagte mal: »Liebe ist die Fähigkeit, den Menschen, die uns wichtig sind, die Freiheit zu lassen, die sie benötigen, um so sein zu können, wie sie sein wollen – unabhängig davon, ob wir uns damit identifizieren können oder nicht.«

Ich bin der Meinung, dass sich dieses Zitat als Leitstern empfiehlt: Mit dem Zusatz, dass wir eingreifen sollten, wenn die Würde von Lebewesen mit Füßen getreten wird.

Wie ein Freund von mir zu diesen Gedanken anmerkte, wäre es zudem eine besondere und wertvolle Herausforderung, Toleranz auch bei jenen aufzubringen, die uns nicht wichtig erscheinen. Wie viel friedvoller wäre das Leben auf unserer Welt, sollte das gelingen?

Jeder Mensch ist wie eine Welt in der Star Trek-Galaxie: Vielfältig. Einzigartig. Liebenswert.

Und wenn wir auf andere Welten treffen, egal welche Ethnien, Diagnosen, Religionen und Kontostände zu ihnen gehören, verdienen sie in erster Linie Respekt. Und jede Kommunikation hat die Chance, harmonisch zu verlaufen, wenn die Gesprächspartner sich nicht in ihrer Würde angreifen. Es kommt vor, dass wir auf Menschen treffen, die völlig unterschiedlich über das Leben denken. In dem Fall lohnt es sich, auf Gemeinsamkeiten zu schauen. Das dänische Fernsehen hat anschaulich gezeigt, wie so etwas auf magische Weise verbindet:

Es gibt Kommunikationsmodelle wie das Vier-Ohren-Modell, die gewaltfreie Kommunikation, und es gibt noch weitere Ansätze. Aber all diese Theorien nähren sich aus Respekt, Aufmerksamkeit für den anderen, Toleranz und Mitgefühl.

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich überhaupt über Verständigung schreibe? Weil respektvoller Umgang und Interesse am Gegenüber Freundschaften gedeihen lassen.

Und ich glaube, dass Glück entsteht, wenn wir Liebe und Freundschaften in das Haus unsers Lebens bitten; bleibt der Zugang hinter uns nicht verschlossen, blüht um uns herum bald ein Netzwerk, das uns stärkt.

So eine Gemeinschaft ist eine Quelle für seelische Gesundheit, ein Sinn für unser Leben und ein Beitrag für eine bessere Welt.


 

Sebastian Domke ist Schriftsteller und kreativer Kopf mit eigener Website unter http://tintenkuenstler.de. Außerdem findet ihr ihn auf Facebook, Instagram und YouTube. Über seine Erfahrungen und Gedanken schreibt er regelmäßig im Blog von SOUL LALA.

(Illustration: Anja Plonka)

 

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