Philosophie

Kurzgefasst: Was ist SOUL LALA?

Wie geht es eurer Seele, was hält sie fit und was lässt sie in Krisen fallen? Diese und viele andere Fragen rund um das Thema „Seelische Gesundheit“ wollen wir im Projekt SOUL LALA mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen diskutieren. Vielseitig und multimedial, digital im Netz und analog vor Ort. Zum einen wollen wir über psychische Erkrankungen in unserer Kampagne aufklären, neue Perspektiven eröffnen und Vorurteile abbauen. Vor allem aber möchten wir junge Menschen mit psychischen Schwierigkeiten als Erfahrungsexpert*innen stärken. Sie sollen uns erzählen lassen, was sie bewegt, auf welche Probleme sie im Alltag stoßen und was sie von einer inklusiven Gesellschaft erwarten. Unser Ziel im Projekt ist es, gleichberechtige Teilhabe auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen zu befördern. Dazu wollen wir junge Menschen zusammenbringen: Auf inklusiv ausgerichteten Aktionen und Veranstaltungen in den sechs Projektregionen Berlin, Dresden, Kiel, München, Wiesbaden und Schönfelderhof. Ob Informationstage an Schulen und Universitäten, Sporttrainings, Medien-Workshops, Filmfestivals, Theaterprojekte oder Handwerk mit Verkauf im Online-Shop – wir bieten vielfältige Möglichkeiten für junge Leute, sich auszuprobieren und gemeinsam zu erleben, dass es normal ist, verschieden zu sein. Junge psychisch beeinträchtigte Menschen werden dabei als Projektmitarbeiter*innen gefördert und können so Selbstwirksamkeit und Empowerment erfahren. Die Projektwebsite und Kanäle bei Facebook, Instagram und YouTube dienen als Knotenpunkt zur Darstellung unserer Aktivitäten und zur Interaktion mit den Nutzerinnen und Nutzern. Gefördert wird SOUL LALA von der Aktion Mensch.

Wir müssen reden – über die Seele!

Wahrscheinlich habt ihr es auch schon gemerkt: Das Erwachsenwerden stellt viele junge Menschen vor große Herausforderungen. Ihr sollt euch von den Eltern emanzipieren, eure Rolle in der Gesellschaft finden, selbstständig werden und Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Nicht selten wird dieser Prozess von seelischen Krisen begleitet.

Seelische Krisensituationen und länger anhaltende psychische Störungen sind gleichzeitig immer noch ein großes Tabu, weil Unwissenheit und Vorurteile vorherrschen. Wer als psychisch krank diagnostiziert ist, der wird oft ausgegrenzt und ausgeschlossen. Doch das Thema ist nicht nur ein persönliches, sondern längst ein gesamtgesellschaftliches. In Schule, Ausbildung, Universität, auf dem Arbeitsmarkt und sogar in der Freizeit wird nach Höchstleistung und Selbstoptimierung verlangt. Multitasking und ständige Erreichbarkeit sind heute der Normalzustand in der »always online«-Kultur. Der Alltag wird als schnelllebiger empfunden und soziale, ökonomische, kulturelle und technische Umbrüche sorgen bei jungen Menschen gleichzeitig für weniger Sicherheit und Orientierung. Das macht Stress und Angst – und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Seele irgendwann in Schieflage gerät. Wer dem Idealbild des jungen, flexiblen Alleskönners nicht entspricht, dem droht nicht selten das soziale Abstellgleis. Junge Menschen mit psychischen Schwierigkeiten sind deshalb ganz besonders von sozialer Ausgrenzung betroffen.

Untersuchungen wie die BELLA-Studie des Robert Koch-Instituts zeigen, dass rund ein Fünftel aller Heranwachsenden psychische Auffälligkeiten aufweist. Ärzte stellen bei ca. 5 % aller jungen Menschen die Diagnose einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung – mit steigender Tendenz. Laut dem aktuellen BARMER-Arztreport 2018 hat allein zwischen den Jahren 2005 bis 2016 der Anteil der 18- bis 25-jährigen mit psychischen Diagnosen um 38 % zugenommen. Bei Depressionen waren es sogar 76 %. Weitere häufige Krankheitsbilder sind Angsterkrankungen, Essstörungen oder eine Störung des Sozialverhaltens, aber auch unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen und schizophrene Krankheitsbilder.

Genug Gründe also, um über die Seele zu reden.

Aufklärung und Inklusion mit dem Projekt SOUL LALA

An dieser Stelle kommt unser Projekt SOUL LALA ins Spiel. Wir wollen dazu beitragen, dass junge psychisch erkrankte oder seelisch behinderte Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt mit allen anderen in der Gesellschaft leben können. Unser Motto ist: „Es ist normal, verschieden zu sein.“ Das nennen wir Inklusion – das Gegenteil von Ausgrenzung. Um das zu erreichen, müssen wir Hürden überwinden. Die höchsten davon stehen oft in unseren Köpfen: Unwissenheit, Vorurteile und Stigmatisierungen gegenüber psychisch erkrankten Menschen. Wir klären deshalb auf, informieren und lassen junge Betroffene selbst zu Wort kommen. Und seien wir ehrlich, viele Fragen gehen uns alle an: Was macht unsere Seele krank? Was macht sie gesund? Was lässt uns in Krisen fallen und was gibt uns Kraft? Wir wollen dadurch ein Bewusstsein schaffen, das für eine inklusive, tolerante und verständnisvolle Lebenswelt nötig ist. Das ist nicht nur für psychisch erkrankte Menschen gut, sondern für alle.

Gefördert wird das fünfjährige Projekt von der Aktion Mensch, durchgeführt vom Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. in Köln und sechs seiner Mitgliedsorganisationen im gesamten Bundesgebiet.

Die Kernelemente des Projekts

In unserer Kampagne zum Mitmachen liefern wir Informationen, stellen Persönlichkeiten vor und schaffen so ein Bewusstsein für Perspektiven junger Menschen, die sich in seelischen Ausnahmesituationen befinden oder sogar schon einmal Erfahrung mit Psychiatrie gemacht haben. Wir erklären heitere und schwierige Themen, führen Interviews, drehen Filme und verarbeiten unsere alltäglichen Gedanken zu Psychiatrie, Gesellschaft, Kunst und Kultur in unserem Blog. Wir wollen aber mehr als informieren – wir wollen uns mit euch austauschen und ausprobieren. Wenn wir unsere Inhalte veröffentlichen, dann freuen wir uns über eure Meinungen und Kommentare dazu, aber auch über Erfahrungsberichte, Fotos, Videos und andere Beiträge unserer Nutzer*innen.

Wir wollen Inklusion leben, indem wir junge Menschen mit psychischen Erkrankungen bei der Gestaltung des Projekts beteiligen und fördern. Viele junge Betroffene suchen nach Möglichkeiten, sich auszudrücken und aktiv zu werden. Bei SOUL LALA bekommt ihr die Chance dazu – als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Projektpartnern, auf Veranstaltungen und zur Unterstützung unserer Kampagnenarbeit. Wir wollen euch eine Stimme geben und eure ganz persönliche Perspektiven kennenlernen. Wir wollen so den Realitätscheck machen: Wo hakt es noch mit der gleichberechtigten Teilhabe für junge psychisch erkrankte Menschen?

In den sechs Projektregionen finden unsere Aktionen vor Ort statt – diese sind so bunt und verschieden, wie die Menschen, die sie auf die Beine stellen. Von Filmfestivals, Theaterprojekten, Sportangeboten wie Boxtrainings, Yoga oder Bouldern über Video-Workshops und Informationstage an Schulen oder Universitäten bis hin zu kreativem Handwerken mit anschließendem Verkauf im Online-Shop. Lasst eurer Fantasie freien Lauf! Teilhabe an der Gemeinschaft fördert die Genesungen und viele junge Betroffene stärkt die Erfahrung, mitzumachen und zu gestalten. Deshalb wollen wir euch einladen zu SOUL LALA – wenn auch ihr in einer der Projektregionen wohnt, dann haltet unsere Terminankündigungen auf der Seite im Auge und kommt doch vorbei!

Wer macht was?

Dachverband Gemeindepsychiatrie

Der Dachverband Gemeindepsychiatrie ist der Träger des Projekts und leitet es von 2017 bis 2022. Der Verband vertritt deutschlandweit die Interessen der Träger gemeindepsychiatrischer Hilfen. Er setzt sich für eine inklusive und vorrangig ambulante Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen ein, um die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen Teilhabechancen in der Gemeinschaft zu eröffnen. Gemeindepsychiatrische Anbieter sorgen im Netzwerk mit Therapeuten, Ärzten, Betreuern, Angehörigen und ehrenamtlich Engagierten dafür, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen wohnortnahe und niedrigschwellige medizinische, therapeutische und rehabilitative Hilfen erhalten.

Von der Geschäftsstelle in Köln aus koordinieren das zweiköpfige Projektteam, bestehend aus Peter und Anja, die Arbeit des Projekts. Sie schreiben Texte und drehen Filme, tüfteln an Ideen für die Kampagnen und reisen durchs Land, um SOUL LALA bekannt zu machen.

Dachverband Gemeindepsychiatrie

Die regionalen Projektpartner


Evaluation durch die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO) begleitet das Projekt wissenschaftlich und schaut uns auf die Finger. Sie prüfen, wie wir unser geplantes Vorhaben umsetzen und wie wir unsere gesteckten Ziele erreichen.

Mit Standorten in Aachen, Köln, Münster und Paderborn und mehr als 4.200 Studierenden ist sie die größte staatlich anerkannte, private, kirchliche Hochschule Deutschlands. Mit ihrem ausgeprägten Forschungsprofil leistet die KatHO NRW einen bedeutsamen Beitrag, Themen in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Kirche zu untersuchen, Lösungen zu entwickeln und ihre Ergebnisse in die Praxis zu bringen.

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Förderung durch Aktion Mensch

Finanziell gefördert wird SOUL LALA von der Aktion Mensch.

Die Aktion Mensch setzt sich für Inklusion ein und unterstützt dazu mit den Einnahmen aus ihrer Soziallotterie jeden Monat bis zu 1.000 soziale Projekte für Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche. Damit ist sie die größte soziale Förderorganisation in Deutschland. Mit Aktionen und Kampagnen informiert sie die Menschen über das selbstverständliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen.

Aktion Mensch