“Ich weiß, dass ich sehr auf mich aufpassen muss.” – Coronareport #3 mit Leonie

“Ich weiß, dass ich sehr auf mich aufpassen muss.” – Coronareport #3 mit Leonie

Vier krisenerfahrene Menschen im Alter zwischen 25 und 35 erzählen, wie sie den Frühling 2020 und die Einschränkungen rund um Corona erleben. Heute mit Leonie.

„Kontakte laufen bei mir nun fast ausschließlich über E-Mail und Telefon. Jede persönliche Nachricht, jeder Anruf ist ein kleiner Lichtblick. Wenn ich weiß, jemand ruft um eine bestimmte Zeit an, gibt das meinem Tag etwas Struktur und Struktur ist für mich so wichtig.

Mit meiner Psychotherapeutin habe ich zweimal telefoniert, in der nächsten Woche machen wir eine Videosprechstunde. Das ersetzt das direkte Gespräch nicht, aber es ist eine hilfreiche Überbrückung für diese Zeit. Meinen Alltag ohne feste Termine außer Haus zu strukturieren und Rituale einzubauen fällt mir momentan besonders schwer.

Kontakte halten, sich anderen mitteilen, aber auch zuhören, das gibt mir Kraft! Genauso Musik und Schreiben. Eine Freundin von mir hatte die Idee, gemeinsam eine Geschichte zu schreiben, die wir uns nun immer hin und her schicken. Das macht großen Spaß und gibt mir eine kleine Aufgabe.

Da ich nicht alleine wohne und Kontakte pflegen kann, fühle ich mich nicht einsam. Meine Gefühle haben sich aber dahingehend verändert, dass ich mich unsicher, noch angespannter und etwas instabiler fühle und ich weiß, dass ich da sehr auf mich aufpassen muss.“

Wie geht es eurer Seele in der Coronakrise? Wenn ihr eure Erfahrungen mit uns und anderen teilen wollt, dann schreibt uns gerne auf Facebook oder Instagram, am besten aber an info@soullala.de. Auf diesem Weg können wir dafür sorgen, dass eure Anonymität gewahrt wird.

WICHTIG: Wenn es euch nicht gut geht und ihr Hilfe braucht, findet ihr hier eine Sammlung von Kontaktadressen, an die ihr euch wenden könnt.